Orale Mukositis


Wenn Sie eine Krebsbehandlung beginnen, glauben Sie wahrscheinlich zu wissen, was Sie erwartet. Jeder kennt den möglichen Haarausfall und die Übelkeit, aber wussten Sie auch, dass es Sie beim Essen und Sprechen behindern würde?

Das Hauptmerkmal der oralen Mukositis (OM) ist Schmerz, da die Schleimhautoberflache an Mund und Zunge sich rötet, anschwillt und sich Geschwüre bilden. Die Schmerzen können so unerträglich werden, dass man nicht mehr essen, trinken und sprechen kann. Es könnte sogar notwendig werden, eine Magensonde zu legen, um ausreichend Nährstoffe zu erhalten, damit die Krebsbehandlung überhaupt fortgesetzt werden kann.

Eine Mukositis kann überall im Verdauungstrakt auftreten, aber die orale Mukositis tritt speziell im Mund auf. Sie wird auch Stomatitis genannt. Es gibt 4 Stadien der oralen Mukositis. Stadium 1 und 2 sind bereits schmerzhaft und zeichnen sich durch Wundsein und beginnende Geschwürbildung aus. In Stadium 3 und 4 wird die orale Mukositis schwerwiegender. In Stadium 3 kann der Betroffene keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen, sondern nur noch flüssige Kost. In Stadium 4 ist in der Regel gar keine Nahrungsaufnahme mehr möglich, die Patienten benötigen zusätzliche Hilfe, um ausreichend mit Nährstoffen versorgt zu werden. Viele Menschen entwickeln eine orale Mukositis mit Stadium 1 oder 2 infolge einer Krebsbehandlung, die Stadien 3 und 4 sind seltener.1

Bei Chemotherapiepatienten kann die Schädigung der Mundschleimhaut schon am ersten Behandlungstag auftreten. Die ersten Stadien der oralen Mukositis treten unter der Schleimhautoberfläche auf und werden nicht immer bemerkt. Normalerweise stellen die Patienten die Symptome erst 5 bis 8 Tage nach Behandlungsbeginn fest. Die Symptome der oralen Mukositis können zwischen 7 und 14 Tage dauern, bevor die Heilung beginnt. Mit jedem Chemotherapiezyklus nimmt das Risiko für das Auftreten einer oralen Mukositis zu, und der Schweregrad der Erkrankung steigt häufig an.2

Bei einer Strahlentherapie entwickelt sich die orale Mukositis erst später (nach 2 Wochen) und die Heilung beginnt erst mit dem Ende der Behandlung. Darum können die Symptome der oralen Mukositis bei Strahlentherapie bis zu 8 Wochen anhalten.

Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder das Pflegepersonal, wenn Sie sich Sorgen über eine orale Mukositis machen.

Laden Sie zu ihrer eigenen Information ein Patienten-Informationsblatt zur oralen Mukositis herunter und eventuell auch ein Informationsblatt zur Weitergabe an das Pflegepersonal.

1. World Health Organisation. Handbook for reporting results of cancer treatment. Geneva, Switzerland: World Health Organisation, 1979.
2. Sonis ST. J Support Oncol 2004;2:3–8.


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